Pressebereich zur 29. Bundeskonferenz

Pressemitteilung
Berlin, den 19.5.2026


„Kurs halten in antifeministischen Gewässern“

Mehr als 500 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland haben an der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands teilgenommen, die heute erfolgreich zu Ende gegangen ist. Diskutiert wurde über die Gefahr von Antifeminismus für Gleichstellung und Demokratie und über weitere zentrale Herausforderungen zum Thema Gleichstellung von Frauen.

Während einer Demonstration zum Holstentor brachten etwa 700 Teilnehmer*innen der Bundeskonferenz und Lübecker Unterstützer*innen ihre Forderungen lautstark auf die Straße (siehe PM am 18.5.). Mit der Lübecker Erklärung und der Verabschiedung von mehr als 30 Anträgen richteten die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten klare Forderungen an die Politik, u.a.:

Nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus
Die Bundesregierung soll einen solchen Aktionsplan unverzüglich auflegen, um so strategisch jegliche Form von Antifeminismus zu bekämpfen. Ziel ist, antifeministische Tendenzen als Gefahr für die Demokratie ernst zu nehmen, Narrativen entgegenzutreten, Betroffene zu schützen, Aufklärung zu fördern und Errungenschaften zu sichern. Die Maßnahmen sollen gemeinsam von Bundesregierung und Zivilgesellschaft entwickelt werden und alle zentralen Bereiche einbinden: Bildung, Politik, Forschung, Justiz und Polizei. Mit diesem Antrag schließen wir uns den Forderungen des Deutschen Frauenrates an.

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen 
Angesichts der hohen Zahlen von Gewalt an Mädchen und Frauen braucht es  endlich die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention und des Gewalthilfegesetztes sowie eine inklusive flächendeckender Präventionskampagne ab dem Kindergartenalter.

Unterstützung von Alleinerziehenden
Wir fordern ein Gesetzespaket für die existenzielle Unterstützung von Alleinerziehenden und Abbau struktureller Benachteiligungen, wie etwa im Steuerrecht. Die geplante Streichung des Unterhaltsvorschusses, wenn Kinder das 12. Lebensjahr erreicht haben, darf nicht umgesetzt werden. Sie verschärft die Armut von Alleinerziehenden und ihren Kindern. Alleinerziehende sind zum überwiegenden Teil Frauen, die geplante Änderung würde sie unter massiven finanziellen Druck setzen.

Sichere und gesunde Geburten
Die Bundeskonferenz fordert einstimmig die Sicherung der flächendeckenden Geburtshilfe, dringende Nachbesserungen des Hebammenhilfevertrags, die Stärkung von Beleghebammen und dass Versorgungslücken geschlossen werden müssen. Die Versorgung von Schwangeren ist in Gefahr, immer weniger Geburtskliniken führen zu immer weiteren Wegen für Gebärende. Immer wieder geben Hebammen ihren Beruf wegen schlechter Arbeits- und Finanzierungsbedingungen auf. Eine Katastrophe für Schwangere! Frauen und Kinder haben ein Recht auf eine gute, sichere und gesunde Geburt. 

Größere Unterstützung von Eltern und mehr Steuergerechtigkeit
Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten fordern eine Erhöhung des Elterngeldes, damit Gleichberechtigung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Familien gelebt werden kann. Dazu braucht es die Novellierung des Gesetzes zum Elterngeld und zur Elternzeit sowie die Einführung einer eigenständigen, bezahlten Freistellung für den zweiten Elternteil unmittelbar nach der Geburt eines Kindes. Beschlossen wurde auch der Antrag zur Abschaffung des Ehegattensplittings.

Entscheidungsrecht über den eigenen Körper
Die Streichung des § 218 (StGB) zum Schwangerschaftsabbruch ist eine langjährige Forderung der Buko und wurde erneut und ohne Gegenstimme gefordert. Schwangerschaftsabbruch muss endlich legalisiert und betroffene Frauen entkriminalisiert werden.

Dies sind nur einige Beispiele der Beschlüsse, die die Teilnehmer*innen der Bundeskonferenz gefasst haben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten wird alle beschlossenen Anträge an die entsprechenden Ministerien weiterleiten.

Neben der Antragberatung und der Wahl von fünf neuen Bundessprecherinnen gab es insgesamt 17 inhaltliche Foren zu wichtigen Themen der Gleichstellung und ein digitales Grußwort von Bundesfrau-enministerin Karin Prien in dem sie erklärte: „Frauenfeindliche Tendenzen in Gesellschaft, Politik und Medien nehmen wieder zu – leider. Dieser Entwicklung müssen wir entschlossen entgegentreten und das gemeinsam. Seien Sie gewiss, als Bundesfrauenministerin stehe ich dabei fest an Ihrer Seite.“

Aminata Touré, Landesministerin für Gleichstellung in Schleswig-Holstein kam zu Eröffnung der 29. Bundeskonferenz nach Lübeck und brachte die Botschaft mit: „Mich nerven politische Räume, in denen mehrheitlich Männer über die Geschicke dieses Landes entscheiden. Mich nerven Debatten, die aberkennen, dass wir immer noch nicht vollends gleichberechtigt sind. Mich nervt, dass Frauen immer noch zu oft Gewalt von ihren Partnern und Ex-Partnern erleiden müssen. Nein, das ist zu seicht formuliert, es macht mich wütend.“

Damit spricht die Ministerin den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten aus der Seele, denn das begegnet auch ihnen in der täglichen Arbeit vor Ort und macht sie wütend.

In ihrer Keynote machte Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrat eindrücklich klar, wohin Antifeminismus führt: „Die aktuellen Angriffe auf Gleichstellung zeigen nicht ihre Schwäche, sondern ihre gesellschaftliche Bedeutung. Antifeministische Akteur*innen arbeiten gezielt mit Angst, Polarisierung und einfachen Feindbildern. Politik und Gesellschaft müssen dem mit Solidarität, demokratischer Orientierung und einer starken Infrastruktur für Gleichstellung entgegentreten."

Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck und Gastgeberin der 29. Bundeskonferenz, betont in ihrem Grußwort: „Denn eins ist klar: Angriffe gegen feministische Netzwerke, Fachberatungsstellen und queere Exper*tinnen - das sind auch wir! Wir engagieren uns gemeinsam gegen jegliche Form von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.“

Diesen Auftrag nimmt die BAG an. Konstanze Morgenroth, BAG-Bundessprecherin: „Antifeminismus gefährdet nicht „nur“ Frauen und Gleichstellung. Er gefährdet die Demokratie an sich. Wir als BAG setzen uns mit aller Kraft für Gleichstellung ein, denn Gleichstellung bedeutet Gerechtigkeit und Teilhabe für Alle.“

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Gerne vermitteln wir auch Interviewpartner*innen!

Mit freundlichen Grüßen
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Presseteam
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) 
kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
Weydingerstraße 14-16 
10178 Berlin 
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Pressemitteilung
18.5.2026

 

Große feministische Demo in Lübeck

•    Mit Trillerpfeifen gegen Männergewalt 
•    Mit starken Sprüche für die Notwendigkeit von Feminismus
•    Mit guten Argumenten gegen die Benachteiligung von Mädchen und Frauen
•    Lübecker Erklärung gegen Antifeminismus

Mehrere Hundert kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte und Lübecker Unterstützer*innen haben heute ihre Empörung über Angriffe auf Gleichstellung und fehlende Geschlechtergerechtigkeit, Gewalt gegen Frauen, Sexismus und jede Form der Benachteiligung von Mädchen und Frauen lautstark vor das Holstentor in Lübeck gebracht.  „Wir sind wütend!“, so die Botschaft der Demonstrantinnen.
 

Wütend, weil...
„Wütend, weil im Jahre 2026 Geschlechtergerechtigkeit noch immer nicht erreicht ist“, sagt Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte, der Hansestadt Lübeck und Gastgeberin der 29. Bundeskonferenz, „weil Männergewalt weiterhin den Alltag vieler Frauen bestimmt: zu Hause, im Netz, auf der Straße und auf der Arbeit und Mädchen und Frauen dadurch massiv bedroht und eingeschränkt werden“.

Wütend, weil Frauen immer noch weniger „verdienen“ als Männer, weil Alleinerziehende massiv benachteiligt werden, weil Frauen auch weiterhin die Hauptlast der (unbezahlten) Care-Arbeit tragen, und weil Frauen u.a. dadurch zu einem überproportionalen Anteil von Altersarmut betroffen sind. So zu lesen auf einem Plakat: „Wir sind wütend, da Care-Arbeit wie das Wattenmeer ist - unsichtbar, bis alles trocken fällt.“

Wütend, dass Männer auch weiterhin wenig Verantwortung für Familie, eine geschlechtergerechte und damit demokratische Gesellschaft ohne Benachteiligung und Unterdrückung von und Gewalt gegen Mädchen und Frauen übernehmen.

Die Antwort: Feminismus
„Wir brauchen Feminismus für mehr Geschlechtergerechtigkeit, weil das Patriarchat kein Naturgesetz ist, weil Feminismus notwendig für die Demokratie ist, für eine gerechte Welt für ALLE“, sagt Petra Steffan, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Wismar und LAG-Sprecherin in Mecklenburg-Vorpommern in ihrer Rede so steht es auch auf einem der Demo-Plakate. 

Lübecker Erklärung - Gegen Gewalt, Frauenhass und Antifeminismus    
„Antifeminismus ist kein Randphänomen und zieht sich quer durch alle Bereiche der Gesellschaft. Antifeminismus hat eine große Basis bei religiösen Fundamentalisten, völkischen Bewegungen und Rechtsextremisten und fungiert als gefährliche Brückenideologie für verfassungsfeindliche Ansichten bis in die bürgerliche Mitte“, heißt es in der Lübecker Erklärung, der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. „Ziel ist: Frauenrechte zu beschneiden und tradierte Rollenbilder wieder aufleben zu lassen. Frauen werden diffamiert, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Frauen in der Öffentlichkeit beschädigt, Lehrinhalte von Schulen und Universitäten bekämpft oder es wird gefordert, die Pflicht zur Bestellung kommunaler Gleichstellungsbeauftragter abzuschaffen. 
„Antifeminismus bedroht die Grundsätze unserer Verfassung“, so BAG-Bundessprecherin Tinka Frahm und so steht es auch in der Lübecker Erklärung, die von BAG- Bundessprecherin Tinka Frahm vorgestellt wurde.  Darin wird u.a. der Schutz und die Förderung zivilgesellschaftlicher gleichstellungspolitischer Organisationen, gezielte Aufklärung zu frauenverachtenden Rollenklischees und einer konsequenten Bekämpfung jeglicher Form von Antifeminismus gefordert.“ Hier geht es zur Lübecker Erklärung

Die feministische -Demonstration war eine Aktion im Rahmen der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands mit mehr als 500 Teilnehmer*innen mit dem Schwerpunkt Antifeminismus. 

Gerne vermitteln wir Interviewpartnerinnen.

Hier finden Sie Pressefotos zu der Demonstration (etwa ab 18:00 Uhr) zur kostenlosen Verwendung bei Nennung der Quelle BAG/Susanne Hübner

Weitere Infos: Pressebereich 
Und auf Instagram: gleichberechtigt 
Linkedin: Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
#buko2026

 


Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung

Anke Spiess
Presseteam
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) 
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PRESSE-EINLADUNG
Berlin, 5.5.2026


Feministischer Kompass: Kurs halten in antifeministischen Gewässern

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen und Gleichstellungsbeauftragten vom 17. Mai 2026 - 19. Mai 2026 in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MUK) Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck

•    Empfang der Hansestadt Lübeck
•    mehr als 500 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Gleichstellungsexpertinnen und Gäste in Lübeck erwartet
•    Frauendemonstration mit Aktion vor dem Holstentor
•    17 inhaltliche Foren

Unsere 29. Bundeskonferenz in der Hansestadt Lübeck mit dem Titel „Feministischer Kompass: Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ widmet sich dem wachsenden Antifeminismus – in Politik, Gesellschaft und Alltag.  
Antifeminismus ist kein Randphänomen, er zieht sich quer durch Parteien, Medien und gesellschaftliche Debatten. Antifeminismus bedroht Gleichstellung, Selbstbestimmung, Vielfalt und Demokratie. Errungenschaften, die lange erreicht schienen, werden infrage gestellt und gesetzlich verbriefte Rechte werden zurückgedrängt.

Mit der Bundeskonferenz wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wie antifeministischen Angriffen in der Kommune, in den sozialen Medien oder im Alltag begegnet werden kann. 
Außerdem gibt es zahlreiche Foren zu unterschiedlichen Gleichstellungsthemen, wie Care-Arbeit, Istanbul-Konvention, KI- und Algorithmen Frauen benachteiligen und dazu, wie die Europäische Gleichstellungscharta zum Game-Changer werden kann.
Des Weiteren wird die Bundeskonferenz über die Lübecker Erklärung und mehr als 30 Anträge beschließen - von der Abschaffung von §218 und des Ehegattensplittings, über den Abbau der Benachteiligung von Alleinerziehenden und ihren Kindern und die Erhöhung des Elterngeldes, die Verbesserung der Versorgung von Long-Covid Betroffenen, bis zur Reform des Umgangs- und Sorgerechtes und der Abschaffung des Patriarchats.

SONNTAG, 17.05.26 
18:00 Empfang der Hansestadt Lübeck (Anmeldung über: frauenbuero@luebeck.de)

MONTAG, 18.05.26 
10:00 Eröffnung der Bundeskonferenz mit einem Grußwort von Aminata Touré (Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung, stellvertretende Ministerpräsidentin in Schleswig-Holstein) und einer Keynote von Judith Rahner (Deutscher Frauenrat), Reden und inhaltlichen Foren und Frauendemonstration mit Aktion um 16:15 Uhr.

DIENSTAG, 19.05.26 
09:00 Antragsberatung, Wahl der Bundessprecherinnen und inhaltliche Foren

Mehr Informationen: 
Flyer
Die Foren

Eine Pressekonferenz ist nicht vorgesehen, gerne können Sie an der Eröffnung der Bundeskonferenz und der Frauendemo teilnehmen und dort Interviews führen und Bilder einfangen. Falls Sie Interesse an der Teilnahme eines Forums haben, vermerken Sie das bitte bei der Akkreditierung. Zur besseren Planung ist dafür eine Akkreditierung bis zum 12.5.2026 notwendig. 
Hier geht’s zur Akkreditierung

Mit der Akkreditierung erhalten sie weitere Informationen zur Bundeskonferenz und der Frauendemonstration.
Auf Wunsch vermitteln wir vor, während und nach der Bundeskonferenz Interviewpartner*innen.

Mit freundlichen Grüßen
Anke Spiess
Presseteam
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Tel: 0151/68171270
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Pressemitteilung: Große feministische Demo in Lübeck

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PM Bilanz der 29. Bundeskonferenz

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29. Bundeskonferenz
gelber Rahmen mit 3 pinken Fragezeichen und Text

Hier finden Sie die Lübecker Erklärung, nach Verabschiedung von der Bundekonferenz

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Konferenz und Frauendemo