Die Foren

Programmablauf

FORUM 1: Antifeminismus zwischen Angriff und Abwehr: Geschlechtsspezifische Gewalt im politischen Feld und die Muster antifeministischer Argumentation

Anfeindungen und Gewalt gegen Politiker*innen nimmt zu, vor allem gegen Politiker*innen, die sich gegen Rechtsextremismus positionieren. Vielfach gehen Rechtsextremismus und Antifeminismus Hand in Hand. Frauen sollen aus dem politischen Raum verdrängt, nicht-binäre Personen ihrer gesellschaftlichen Daseinsberechtigung beraubt werden. Die Denkfiguren, die hinter diesen Anfeindungen stehen, müssen erkannt werden, damit sie mit überzeugenden Argumenten und Erklärungen widerlegt werden können.

Dr. Dorothee Beck ist Politikwissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Forschungsinteressen beinhalten politische Partizipation und Geschlecht, Gewalt und Geschlecht in der Politik, Antifeminismus/Anti-Gender sowie Diskurse über geschlechterbewusste Sprache.
Von 2017 bis 2019 bearbeitete sie das Projekt „Genderismus in der medialen Debatte. Themenkonjunkturen von 2006 bis 2016“. Seit April 2023 leitet sie ein Forschungsprojekt zu Gewalt und Geschlecht im Deutschen Bundestag.

FORUM 2: Respekt im Rat - Verbesserung der Diskussionskultur in kommunalen Gremien
Vanessa Zohm, Körber-Stiftung

Der immer rauer werdende Ton in der Gesellschaft setzt sich auch in den Ratsversammlungen von Gemeinden und Städten fort. Der Workshop beleuchtet in Anlehnung an das Projekt „Respekt im Rat“ Möglichkeiten der Verbesserung der Diskussionskultur in kommunalen Gremien und bietet einen Ansatz von Handlungsstrategien.

Vanessa Zohm ist studierte Sozialpädagogin und Friedens- und Konfliktforscherin (MA, Phillips-Universität Marburg), seit 2023 Programm-Managerin in dem Bereich Demokratie und Zusammenhalt der Körber-Stiftung und maßgeblich mit dem Projekt “Respekt im Rat” betraut. 

FORUM 3: Antifeminismus als Brückenideologie
Azadê Peşmen, rabbithole media UG

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Was bedeutet Antifeminismus? Weshalb funktioniert es als Brückenideologie? Diese Fragen werden in einem kurzen Input beantwortet und danach gibt es einen moderierten Austausch darüber, wann Antifeminismus den Teilnehmenden im Berufsalltag begegnet und wie man damit umgehen kann. 

Azadê Peşmen ist Gründer*in von rabbithole media. Seit einem Volontariat beim Deutschlandfunk berichtet Azadê heute aus Brasilien, der Türkei oder dem Irak über Sicherheits- und Außenpolitik für den Deutschlandfunk und Zeit Online. Außerdem hostet Azadê Storytelling-Podcasts wie „Amnestie Deutschland – Der Cosmo-Podcast über Flucht vor Gerechtigkeit“ oder den täglichen ZEIT ONLINE Nachrichtenpodcast „Was jetzt?“.

Foto: Azadê Peşmen (c) Bahar Kaygusuz

FORUM 4: Antifeminismus begegnen: Erkenntnisse und Best-Practice aus der kommunalen Gleichstellungsarbeit

Referentinnen: Maja Loeffler & Dr. Marie-Luise Löffler, BAG kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen

FORUM 5: Haushaltsnahe Dienstleistungen & Care-Arbeit

Die Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen steht für eine gleichstellungspolitische Öffnung und Modernisierung der Geschlechterrollen. Antifeminismus wirkt dem entgegen, indem er Frauen auf traditionelle Haus- und Sorgearbeit festlegen will und Maßnahmen zur Gleichstellung ablehnt. Damit sind haushaltsnahe Dienstleistungen und Antifeminismus als Pole um Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu diskutieren.

Prof. Dr. oec. troph. Christine Küster hat an der Hochschule Fulda am Fachbereich Oecotrophologie die Professur „Sozioökologie des privaten Haushalts“ mit den Schwerpunkten Ernährungs- und Verbraucherbildung, Verbraucherschutz und –politik, Management im privaten Haushalt sowie Wohnökologie inne. Zudem leitete sie bis Ende 2025 das Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD), ein Projekt gefördert vom BMBFSFJ.

Forum 6: Quo vadis Istanbul-Konvention? 8 Jahre Umsetzung in Schleswig-Holstein

8 Jahre Istanbul-Konvention - Zeit für eine Standortbestimmung. Wo stehen wir aktuell in Schleswig-Holstein? mit besonderem Fokus auf die Kommunen.

Katharina Wulff, Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e. V.; 1985 geboren in Greifswald, 2004 Abitur in Stadt, 2009 Studium Magister Pädagogik, Islamwissenschaften und Soziologie, Arbeit im interkulturellen Bereich u. a. bei der AWO SH und dem Landesbeauftragten für Flucht Asyl und Zuwanderungsfragen, seit 2017 Geschäftsführung im LFSH.

FORUM 7: Arbeiten mit und nach Krebs: Wie Gleichstellungsbeauftragte unterstützen können

Krebs ist kein Randthema, sondern betrifft viele Frauen mitten im Berufsleben - oft in einer Phase, in der sie Verantwortung tragen: Im Workshop sprechen wir über die besonderen Herausforderungen für Frauen mit & nach Krebs, zeigen, warum das Thema in die Gleichstellungsarbeit gehört, & erarbeiten gemeinsam, wo Gleichstellungsbeauftragte unterstützen können: durch Beratung, Sichtbarkeit, Vernetzung & Haltung.'

#einevonacht ist eine Initiative für einen besseren Umgang mit dem Thema Arbeiten mit und nach Krebs.
Sie macht sichtbar, dass Krebs viele Menschen im Erwerbsalter betrifft und dass der berufliche Wiedereinstieg oft ohne Begleitung, Wissen oder Strukturen erfolgt.

FORUM 8: Künstliche Intelligenz zwischen Bias und Empowerment: Wie Algorithmen Frauen benachteiligen und wie wir gemeinsam eine chancengerechte KI-Zukunft gestalten

Künstliche Intelligenz ist nicht neutral. Sie spiegelt Ungleichheiten wider, verstärkt Stereotype und lässt weibliche Perspektiven außen vor. Gleichzeitig bietet KI enorme Chancen: für mehr Sichtbarkeit, Selbstwirksamkeit und neue berufliche Wege – gerade für Frauen. Dieser Vortrag zeigt, wie KI Ungleichheit verstärken kann, aber auch zum kraftvollen Werkzeug für Chancengerechtigkeit wird. Mit Daten, Beispielen und konkreten Handlungsempfehlungen für die kommunale Gleichstellungsarbeit.

Kerstin Gude-Benderoth ist KI-Expertin, Kommunikationsspezialistin und Coachin für Potenzialentfaltung. Sie engagiert sich für Women Empowerment in der digitalen Transformation und zeigt, wie KI feministische Gleichstellungsarbeit stärken kann. Sie verbindet kritische Analyse mit praxisnaher KI-Kompetenz und ermutigt Frauen, die digitale Zukunft aktiv mitzugestalten. Seit 2024 hat sie über 2.500 Frauen in Workshops, Vorträgen und Webinaren begleitet – mutig, selbstbestimmt, zukunftsorientiert.

FORUM 9: Misogynie und Antifeminismus im Netz

Antifeministische und misogyne Maskulinisten formieren um virtuellen Raum die sogenannte Mannosphäre. In dieser Mannosphäre werden frauenfeindliche Narrative, Hass und Gewalt mobilisiert, um Frauen zum Schweigen zu bringen und aus dem öffentlichen Raum (online wie offline) zu drängen. In ihrem Vortrag wird Prof. Dr. Gülay Çağlar die Ergebnisse der Pilotstudie „Mapping the Germanosphere” vorstellen, in der erstmals deutschsprachige frauenfeindliche Online-Milieus analysiert wurden.

Gülay Çağlar ist Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Gender und Diversität am Otto Suhr Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie studierte Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt/M. und der University of Swansea, Großbritannien, und promovierte an der Universität Kassel. Professorin Çağlar ist Principal Investigator (PI) im Exzellenzcluster „Contestations of the Liberal Scripts” (SCRIPTS)".

FORUM 10: Struktureller Antifeminismus auf kommunaler Ebene & in Kommunalpolitik: Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich?

Das Forum beschäftigt sich mit den rechtlichen Möglichkeiten, als Gleichstellungsbeauftragte mit strukturellem Antifeminismus auf kommunaler Ebene umzugehen.

Mein Name ist Janika Kunz und ich arbeite als selbstständige Rechtsanwältin. Ich berate und vertrete Gleichstellungsbeauftragte bundesweit und biete Schulungen zum Thema Frauengleichstellungsrecht an. Zudem bin ich Autorin beim Ratgeber "Gleichstellung im Blick" und dort seit einiger Zeit festes Redaktionsmitglied.
Daneben bin ich Dozentin am Niedersächsischen Studieninstitut und bilde dort Angestellte/Beamt:innen der Kommunen im Bereich Arbeits- und Beamtenrecht aus.

FORUM 11: Antifeministische Gegenbewegungen im Bereich Reproduktive Rechte

Reproduktive Rechte sind zentral für Gleichstellung und Selbstbestimmung. Zugleich erleben wir einen antifeministischen Backlash, der diese Rechte in Frage stellt. Im Workshop beleuchten wir, welche Akteure und Argumentationsmuster hinter Gegenbewegungen stehen und welche Auswirkungen sie auf die kommunale Gleichstellungsarbeit haben. Der Workshop bietet Raum für Austausch, die Vorstellung von Best Practice Beispielen und die Entwicklung von Handlungsoptionen.

Gudrun Christ: Studium Erziehungs- und Sozialwissenschaften (Uni Tübingen), Studium Sozialwesen (Hochschule Essligen), zuletzt elf Jahre tätig als Landesgeschäftsführerin von pro familia in Bade-Württemberg (bis 9/2025)
 

FORUM 12: Antifeminismus und die Auswirkungen auf geschlechtsspezifische Gewalt

Wie wirken sich antifeministische Debatten auf die Arbeit gegen geschlechtsspezifische Gewalt aus?

Katja Grieger ist Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin des bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.

FORUM 13: Intersektionale Blickwinkel auf Gleichstellungsarbeit

Das Forum wird sich damit beschäftigen, in welcher Form der Ursprung der intersektionalen Brille die Gleichstellungsarbeit beeinflussen kann oder auch sollte.

Aileen Puhlmann, in Hamburg geboren, studierte Entwicklungspolitik in London und arbeitete sieben Jahre in Südafrika für die GIZ in der lokalen Wirtschaftsförderung. Heute ist sie hauptamtliche Vorständin des Lemonaid & Charitea e.V. und engagiert sich für machtkritische Entwicklungszusammenarbeit. Sie gründete „Community Kids“, schreibt und spricht zu Schwarzen Lebensrealitäten, sozialer Ungleichheit und Mutterschaft, moderiert Workshops und ist u. a. im filia-Stiftungsrat aktiv.

FORUM 14: Umgang mit Antifeminismus: Rhetoriktraining gegen Antifeminismus

Gesprächs- und Handlungsstrategien im Umgang mit Antifeminismus bzw. antifeministischen Positionen und Angriffen auf Gleichstellung - gegen das "silencing" und die Gefahr, Einzelkämpfer*in zu sein.

Wiebke Eltze, Diplom-Politologin mit dem Schwerpunkt politische Erwachsenenbildung; Trainerin für Demokratie und Pluralität; seit 2013 als Projektleitung; freie Referentin im Bereich Argumentationstrainings gegen rechte, rassistische und antifeministische Positionen, Rassismus- und Rechtsextremismusprävention, Demokratieförderung, Moderatorin und Beraterin.

FORUM 15: Europäische Gleichstellungscharta: Game-Changer für nachhaltige Gleichstellungspolitik

Wir versuchen vor Ort Strategien zu finden, die uns helfen, unsere Arbeit für die Menschen bestmöglich einzusetzen. Dabei sind wir immer auf die Unterstützung anderer Personen - sei es aus der Verwaltung oder der Zivilgesellschaft - angewiesen. Diese Kooperationsbeziehungen zu stärken ist Teil unserer Arbeit, Teil unseres Erfolgs und Teil unseres Schutzes. Wir bringen mit der Charta Menschen und Themen zusammen, machen sichtbar, wer und was in unserer Kommune umgesetzt wird. 

Roswitha Bocklage: Als Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung Wuppertal verantworte ich die Zusammenarbeit in der Stabsstelle und deren Zukunftsprojekte. Ich habe eine Leidenschaft für Gerechtigkeit, bin neugierig und möchte lernen. Ich kann andere für unsere "Sache" begeistern und suche Spaß bei der Arbeit. Ich bin bekannt für meinen Optimismus und meine Hartnäckigkeit, mit denen ich Veränderungen zum Positiven bewirke und oftmals kreative Lösungen finde.

FORUM 16: Gleichstellungsaspekte in der Personalentwicklung: Impulse für die interne Gleichstellungsarbeit

In dem Forum werden Aspekte der internen Gleichstellungsarbeit erörtert, die Rolle der Gleichstellungsbeauftragten bei der Personalentwicklung, Chancen durch Gleichstellungspläne, leistungsorientierte Bezahlung, betriebliche Beschwerdestelle AGG. Tipps zu Strategien wirksamer Beteiligung runden das Forum ab.

Christel Steylaers: Diplom Politologin (FU Berlin). Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Remscheid 1986 - 2025. Langjährige Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros/Gleichstellungsstellen (1994–2000, 2007 -2015) und der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros/Gleichstellungsstellen (2000–2006, 2017 - 2024). Arbeitsschwerpunkte: Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, Landesgleichstellungsgesetze, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz.