Wegfall der Förderung für ProQuote Medien gefährdet Monitoring zur Gleichstellung im Journalismus

Wegfall der Förderung für ProQuote Medien e.V. gefährdet wichtiges Monitoring zur Gleichstellung im Journalismus

Berlin, 20.3.2026  Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) zeigt sich besorgt über die Entscheidung, den Verein ProQuote Medien künftig nicht weiter zu fördern. Mit dem Wegfall der Förderung steht auch die Fortführung der sogenannten Leitmedienzählung, eines bundesweit einzigartigen Monitorings zur Repräsentation von Frauen in Führungspositionen im Journalismus, auf dem Spiel.

Leitmedienzählung: wichtiger Indikator für Gleichstellung
Seit über einem Jahrzehnt liefert ProQuote Medien mit der regelmäßigen Auswertung von Führungspositionen in deutschen Medienhäusern wichtige Daten zur tatsächlichen Gleichstellung in der Medienbranche. Diese Zahlen haben sichtbar gemacht, wie groß der Nachholbedarf bei der Beteiligung von Journalistinnen an redaktionellen Macht- und Entscheidungsstrukturen ist.

Transparenz durch Daten
Gerade in einer Zeit, in der sich zuletzt wieder ein Rückgang weiblicher Führungskräfte in Medienunternehmen abzeichnet, sind unabhängige Analysen und kontinuierliches Monitoring von zentraler Bedeutung. Sie schaffen Transparenz, machen strukturelle Entwicklungen sichtbar und liefern eine wichtige Grundlage für politische, gesellschaftliche und innerredaktionelle Debatten über Gleichstellung. „Ohne belastbare Daten wird es deutlich schwieriger, Fortschritte oder Rückschritte bei der Gleichstellung in den Medien zu erkennen und gezielt gegenzusteuern“, erklärt Konstanze Morgenroth von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. „Die Leitmedienzählung von ProQuote Medien hat in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen.“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft erklärt ihre Solidarität mit ProQuote Medien und den dort engagierten Journalistinnen. „Eine vielfältige und gleichberechtigte Medienlandschaft ist eine zentrale Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Initiativen, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Journalismus einsetzen, brauchen langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen.“