Schule = Dauerstress für Mütter!

Schule = Dauerstress für Mütter!
Neue Zahlen verdeutlichen unsichtbare Belastung und strukturelle Ungleichheit

Wenn jetzt die Sommerferien enden und das neue Schuljahr beginnt, zeigt sich: Der organisatorische Aufwand rund um Schule und Familie bleibt überwiegend an den Müttern hängen.

Hausaufgaben, Klassenchats, Elternabende, Krankmeldungen, Organisation von Freizeitangeboten: Die Schule ist längst nicht nur Lernort für Kinder, sondern auch ein großer Stressfaktor für viele Mütter. Denn die Realität zeigt: Der Großteil der organisatorischen und emotionalen Verantwortung bleibt an ihnen hängen und das mit bedeutenden Folgen für Gleichstellung, Gesundheit und berufliche Perspektiven.

Mütter tragen die Hauptlast bei schulischen Themen
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Studienkreises zeigt: 47 Prozent der Befragten sehen die Hauptverantwortung für schulische Themen bei den Müttern, nur 8 Prozent bei den Vätern. Besonders Frauen selbst fühlen sich zuständig, denn 67 Prozent von ihnen geben an, die Hauptlast zu tragen.
Mehr als jede zweite Frau (58 Prozent) hat zudem das Gefühl, sich zwischen beruflichen Chancen und schulischer Begleitung ihrer Kinder entscheiden zu müssen. Bei Männern liegt dieser Anteil gerade einmal bei 3 Prozent. Diese Zahlen machen deutlich: Das Thema Schule wird zum Stressfaktor für Mütter und zementiert bestehende Ungleichheiten.

Verantwortung ungerecht verteilt: Mütter haben das Nachsehen
Die Vermächtnisstudie 2023 von DIE ZEIT, dem WZB und infas liefert den strukturellen Hintergrund: Frauen übernehmen in Deutschland weiterhin den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und tragen den sogenannten Mental Load, also die unsichtbare Verantwortung für Planung und Organisation des Familienalltags. Die untersuchten Organisationsbereiche zeigen ein klares Bild: Während Männer ihre Beteiligung häufig als „gleich verteilt“ wahrnehmen, berichten Frauen, dass sie die Last überwiegend allein tragen. Von Geburtstagsgeschenken über Arzttermine bis hin zu Klassenchats: Frauen sind die Managerinnen des Familienalltags und das auch in Haushalten, in denen beide Eltern Vollzeit arbeiten. Das hat Folgen: Frauen reduzieren häufiger ihre Erwerbsarbeit, mit Auswirkung für Einkommen, Karriere und Altersversorgung. Gleichzeitig verstärken Schulen diese Schieflage, indem sie immer mehr Aufgaben an die Elternhäuser, und damit faktisch an die Mütter, auslagern.

„Gleichstellung im Bildungs- und Familienbereich ist nicht nur eine private, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. „Nur, wenn Verantwortung wirklich geteilt wird, können Frauen gleiche Chancen in Beruf und Gesellschaft wahrnehmen“, so Konstanze Morgenroth, Sprecherin der BAG

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) fordert daher:

•    Entlastung durch schulische Strukturen: Ausbau von Ganztagsangeboten, Hausaufgabenhilfen und 
     professioneller Betreuung.

•    Politische Strategien gegen den Gender-Care-Gap: klare gesetzliche Rahmenbedingungen für eine gerechte
      Verteilung unbezahlter Arbeit.

•    Anerkennung des Mental Load: sowohl in politischen Debatten als auch in der Bildungs- und Familienpolitik.