Männliche Gewalt bekämpfen durch Prävention - Strafverschärfung alleine reicht nicht!

Männliche Gewalt bekämpfen durch Prävention - Strafverschärfung alleine reicht nicht!

Berlin, 6.2.2026. Mit großer Bestürzung reagiert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen auf den tödlichen Übergriff auf den Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz. Wir sehen darin keinen Einzelfall, sondern einen Ausdruck männlicher Gewalt.  Es ist höchste Zeit, dass Politik und Gesellschaft auf dieses Problem mit weitreichenden Präventionskonzepten reagiert.
In der aktuellen politischen Debatte wird nun erneut vor allem nach härteren Strafen gerufen. So wichtig strafrechtliche Konsequenzen im Einzelfall sind, sie greifen zu kurz, wenn es darum geht, Gewalt langfristig zu verhindern. Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen, Rollenbilder und sozialer Prägungen.

Gewalt ein Männerthema
Ein Blick auf die Gewaltstatistiken zeigt seit Jahrzehnten: Der überwiegende Teil schwerer Gewalttaten wird von Männern begangen. Das ist kein individuelles Versagen Einzelner allein, sondern verweist auf problematische männliche Rollenzuschreibungen und eine Sozialisation, in der Durchsetzungsfähigkeit, Dominanz, Kontrolle und Aggression häufig noch immer als „männlich“ gelten, während der konstruktive Umgang mit Konflikten, Frustration oder Kränkung nicht ausreichend vermittelt wird. Auf dieses große gesellschaftliche Problem weisen wir seit Jahren auch im Zusammenhang mit der zunehmenden und massiven Gewalt von Männern gegen Frauen hin.

Ursachen von Gewalt bekämpfen
Wenn wir Gewalt wirksam bekämpfen wollen, müssen wir bei problematischen männlichen Rollenbildern ansetzen. Notwendig sind umfassende Präventionsstrategien: geschlechterreflektierende Bildungsarbeit von klein auf, Programme zur Gewaltprävention und Konfliktlösung, die gezielt Jungen und Männer ansprechen, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Männlichkeitsbildern in Schule, Ausbildung, Arbeitswelt und Öffentlichkeit. Auch niedrigschwellige Unterstützungs- und Beratungsangebote für Männer in Krisensituationen sind ein zentraler Baustein, um Eskalationen vorzubeugen.
Der Tod von Serkan C. mahnt uns, nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursachen von Gewalt ernsthaft anzugehen. Eine Gesellschaft, die Gewalt verhindern will, muss den Mut haben, über Männlichkeit, Macht und Verantwortung zu sprechen und präventiv zu handeln, bevor Menschen zu Opfern werden.

Politik muss endlich flächendeckend entsprechende Präventionskonzepte auflegen.
Es ist höchste Zeit!


 

 



Presseteam
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