Gender Mainstreaming im GAP-Strategieplan: potenzieller Beitrag des GAP-Strategieplans zur Gleichstellung von Frauen und Männern, mit besonderem Fokus auf das Förderangebot der 2. Säule (ELER)

Die Studie untersucht, wie Gender Mainstreaming im GAP-Strategieplan (GAP-SP) umgesetzt wird und welche Lehren sich für eine geschlechtergerechte Agrarpolitik nach 2027 ziehen lassen. Trotz der im GAP-SP festgestellten strukturellen Benachteiligung von Frauen – besonders in der Landwirtschaft – werden Gleichstellungsaspekte nur punktuell adressiert. Während die Situationsanalyse die Ungleichheiten klar benennt, fehlen flächendeckende Maßnahmen: Lediglich Baden-Württemberg setzt mit „Innovativen Maßnahmen für Frauen“ gezielte Förderangebote um. In einigen Bundesländern gibt es Mindestquoten für Frauen in LEADER-Gremien oder eine bevorzugte Berücksichtigung von Unternehmerinnen bei Projektauswahlen (z. B. im Agrarinvestitionsförderungsprogramm ). Der überwiegende Teil der Mittel fließt in Interventionen, die bestehende strukturelle Disparitäten fortschreiben.

Die Studie kombiniert eine Dokumentenanalyse der regionalen Förderangebote mit Expert*inneninterviews. Die Ergebnisse zeigen: Für eine geschlechtergerechte GAP nach 2027 braucht es verbindliche Quoten, gezielte Frauenförderung und eine stärkere Verknüpfung von Gleichstellungszielen mit Förderkriterien. Die Handlungsempfehlungen richten sich an Politik, Verwaltung und Wissenschaft und zielen darauf ab, strukturelle Disparitäten abzubauen.

Die Studie wurde durch das Thünen-Institut durchgeführt.