Die BAG warnt anlässlich der „Gamescom“ in Köln vor zunehmendem Antifeminismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung in Gaming-Communities.
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Fast 40 % der engagierten Gamer*innen berichten von Beleidigungen, Drohungen oder Belästigungen. Besonders Frauen und queere Personen erleben feindselige Angriffe, die bis hin zu Drohungen sexueller Gewalt reichen. Viele verbergen ihr Geschlecht, um überhaupt ungestört spielen zu können.
Die schöne Schwache und der starke Held
Spielfiguren sind immer noch sexualisiert überladen, Frauen müssen von männlichen Helden beschützt oder gerettet werden, ordnen sich gerne unter bis hin zur Darstellung von Frauen als reine Sexobjekte.
Dabei ist Gaming längst ein gesellschaftliches Alltagsphänomen: Laut Statista sind rund 48 % der Spielerinnen Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei fast 40 Jahren. Gaming ist vielfältig, die Realität vieler Spielerinnen ist von toxischen Strukturen überschattet.
Antifeminismus: Problem von einsamen Männern
Frauenfeindliche oder homophobe Haltungen finden sich laut aktueller Bertelsmann-Studie besonders häufig bei jungen Männern, die drei Viertel der sogenannten ‚Gaming-Enthusiast:innen‘ ausmachen. In dieser Gruppe geben viele an, moderat oder extrem einsam zu sein. Auch deshalb ist es wichtig, Gaming-Communitys stärker in den Blick zu nehmen. Denn nur so kann betroffenen jungen Menschen geholfen und antidemokratischen und antifeministischen Tendenzen begegnet werden.
Spielräume zum guten Spielen schaffen
Wir brauchen Spielräume, in denen sich alle Geschlechter wohlfühlen können und wo Hass und Ausgrenzung geahndet werden.
„Mädchen, Frauen und trans Personen haben ein Recht auf digitale Räume ohne Diskriminierung und Mobbing. Es ist höchste Zeit, Täter sichtbar zu machen und endlich Konsequenzen zu ziehen.“ so Konstanze Morgenroth, BAG-Bundessprecherin.
Industrie und Politik müssen auf die Kritik von Frauen und queeren Personen reagieren und antifeministische Strömungen bekämpfen und rechtsextreme Unterwanderung und Instrumentalisierung frühzeitig unterbinden.
Unsere Forderungen:
- Schutz statt Schweigen: Mädchen, Frauen und Transpersonen brauchen sichere Räume im Netz und im Gaming. Plattformbetreiber müssen klare Schutzmechanismen garantieren.
- Konsequenzen statt Toleranz: Täter*innen dürfen nicht anonym geschützt werden. Wer diskriminiert, bedroht oder Gewalt verherrlicht, muss gesperrt, geoutet und strafrechtlich verfolgt werden.
- Vielfalt statt Ausgrenzung: Die Gaming-Industrie und Community tragen Verantwortung, Diversität sichtbar zu machen und antifeministischen Stimmen keinen Raum zu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Konstanze Morgenroth
Bundessprecherin
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG)
kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
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